Über Leonardo da Vinci

Die massiven Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft machen auch vor der beruflichen Bildung nicht halt. Die Globalisierung und das Zusammenwachsen Europas stellen neue Anforderungen an die berufliche Aus- und Weiterbildung. Diese Anforderungen treffen - in unterschiedlicher Form - alle europäischen Länder. Es ist daher ein Anliegen der Europäischen Union, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und zwischen allen Akteuren in der beruflichen Bildung über die nationalen Grenzen hinweg zu verstärken. Erfahrungsaustausch, Entwicklung gemeinsamer Konzepte und Bearbeitung gemeinsamer Probleme auf europäischer Ebene sollen die vielfältigen Bemühungen auf nationaler Ebene, die Berufsbildungssysteme weiterzuentwickeln und die Bildungsangebote zu modernisieren, unterstützen.
Hierzu dient das Programm LEONARDO DA VINCI
LEONARDO DA VINCI wurde 1995 ins Leben gerufen und befindet sich mit Ratsbeschluss vom 26. April 1999 nun in der zweiten Phase. LEONARDO DA VINCI hat eine Laufzeit von sieben Jahren (1. Januar 2000 bis 31. Dezember 2006) und ist mit einem Budget von 1,15 Mrd. Euro ausgestattet.

Die großen Leitlinien der zweiten Phase von LEONARDO DA VINCI sind im Ratsbeschluss festgelegt. Dort wird die Notwendigkeit bekräftigt, die Qualität, Innovation und europäische Dimension in den Systemen und der Praxis der Berufsbildung weiterzuentwickeln. LEONARDO DA VINCI verfolgt drei Hauptziele:
  • Verbesserung der Fähigkeiten und Kompetenzen,
    vor allem junger Menschen in beruflicher Erstausbildung, mit dem Ziel einer besseren beruflichen Eingliederung bzw. Wiedereingliederung.
  • Verbesserung der Qualität der beruflichen Weiterbildung und des Zugangs zu dieser Weiterbildung und zum lebenslangen Erwerb von Fähigkeiten und Kompetenzen
    zur Steigerung und Verbesserung der Anpassungsfähigkeit insbesondere im Hinblick auf den technologischen und organisatorischen Wandel.
  • Förderung und Stärkung des Beitrags der Berufsbildung zum Innovationsprozess
    im Hinblick auf eine Verbesserung von Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmergeist sowie auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungseinrichtungen, einschließlich Hochschulen und Unternehmen (vor allem kleine und mittlere Unternehmen), soll noch stärker gefördert werden.
Bei der Umsetzung dieser Ziele wird den Belangen der Benachteiligten ebenso wie der Chancengleichheit besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Grundvoraussetzung, um die Förderung des Programms LEONARDO DA VINCI in Anspruch nehmen zu können, ist der europäische Charakter der Projekte. In jedem geförderten Projekt muss eine Mindestzahl von Partnereinrichtungen aus anderen europäischen Ländern beteiligt sein. Überwiegend nationale Projekte werden nicht gefördert.

Bild leonardo

Über Leonardo da Vinci Mobiltät
In der Maßnahme Mobilität werden kürzere und längere Auslandsaufenthalte gefördert, die Teil der beruflichen Aus- oder Weiterbildung sein müssen. Hierbei gibt es mehrere Zielgruppen:
  • Personen in beruflicher Erstausbildung (Auszubildende, Berufsschüler etc.): in eine berufsbildende Einrichtung oder ein Unternehmen; Ziel: Förderung des Erwerbs ergänzender beruflicher Qualifikationen in einem anderen Teilnehmerstaat zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt
  • junge Arbeitnehmer und Hochschulabsolventen: in eine Berufsbildungseinrichtung oder ein Unternehmen
  • Studierende: in ein Unternehmen; Ziel: Förderung des Eintritts in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig verhilft dieser Personenkreis den Unternehmen zu transnationaler Erfahrung und fördert die Anwendung des Technologietransfers.
  • Ausbilder und Berufsberater sowie pädagogische Betreuer.
Daneben wird im Rahmen von LEONARDO DA VINCI das EU-Studienbesuchsprogramm durchgeführt. Zielgruppen sind Berufsbildungsverantwortliche einschließlich Sozialpartner; Ziel: Förderung des Transfers technologischer Innovationen in KMU sowie zur Weiterbildung von Führungskräften in Unternehmen im Hinblick auf technologische und organisatorische Veränderungen; Vorbereitung transnationaler Aktionen in der beruflichen Bildung.